Angel in Residence: INVEST-KNOW-HOW für Startups und Business Angels

Einzigartiges Business-Angel-Programm macht Mannheim zum Vorreiter innovativer Gründungsförderung

Ein Donnerstagnachmittag in unserem MAFINEX-Technologiezentrum - Zwei Gründer*innen sitzen mit ihrem Laptop in einem Glasbüro, gegenüber Christoph Räthke – Business Angel, Startup-Coach, Podcaster, Mentor und selbst erfahrener Gründer. Keine Bühne, kein Pitchdeck, kein Buzzword-Bingo. Stattdessen: ein fokussiertes Gespräch über Finanzierungsstrategien, Marktvalidierung und den nächsten Schritt Richtung Investment. Christoph ist  der Angel in Residence.

Seit 2024 hat dieses besondere Konzept einen spürbaren Einfluss auf die lokale Gründungslandschaft. NEXT MANNHEIM hat sich als ein breit aufgestellter Innovationsmotor etabliert, der acht Gründungszentren intelligent vernetzt. Allerdings sind Räume allein nicht ausreichend. Das Angel in Residence-Programm integriert Business Angels direkt in den Alltag von Startups, bietet feste Sprechstunden, Netzwerk-Zugänge, Meetups, Coachings und ein offenes Ohr. Der „Angel in Residence“ fungierte ein Jahr lang als persönlicher Sparringspartner für Teams, die zwischen erster Markterfahrung und Series-A stehen.

Ein Jahr „Angel in Residence“ bei NEXT MANNHEIM – und die Bilanz ist eindeutig: Das in dieser Form bundesweit einzigartige Programm war ein Gamechanger. Christoph Räthke hat Gründer*innen nicht nur Invest-Know-How vermittelt, sondern neue Türen für Mannheim geöffnet – lokal und international.

Wir wollten ganz bewusst ein Format, das Kapitalnähe als Beziehung denkt, nicht als Bühne.
Sonja Wilkens (Wirtschaftsförderunge der Stadt Mannheim)

Mehr als Mentoring: Kapitalkompetenz auf Augenhöhe

Unser Angel in Residence war in dieser Zeit nicht nur Berater, sondern persönlicher Sparringspartner – insbesondere für Teams in der sensiblen Phase zwischen erster Markterfahrung und Series-A-Finanzierung.
2025 begleitete Christoph Räthke 22 Start-Ups, darunter ICODOS (nachhaltige Chemie), Phont.AI (Sprachtechnologie mit KI), CU Mehrweg, Prefiro und viele weitere Teams aus dem MAFINEX-Seedraum.

Die Rückmeldungen der Start-Ups?

Deutlich positiv: Die durchschnittliche Zufriedenheit lag bei über 4,5 von 5 Punkten. Besonders geschätzt wurden die individuelle Ansprache, das praxisnahe Feedback und die Offenheit jenseits üblicher Formate.

Zwischenbilanz mit Potenzial

Ein interner Rückblick im Juni 2025 zeigt ein differenziertes Bild: Die Qualität der Inhalte und der persönliche Nutzen für Gründer*innen wurden sehr gut bewertet. Gleichzeitig blieb die institutionelle Wirkung, etwa in Form nachhaltiger Kapitalvernetzung, noch unter den Erwartungen.

Und dennoch: Das erste Jahr Angel in Residence hat die Startup-Landschaft in Mannheim spürbar verändert. Es hat Zugänge geschaffen, Vertrauen aufgebaut und ein beziehungsorientiertes Verständnis von Kapitalnähe etabliert. Es zeigt, wie Städte sich ohne eigenen Wagniskapitalfonds strategisch im Finanzierungssystem positionieren können.

 

Die Zusammenarbeit war schlagartig sehr intensiv und freundschaftlich, wie ich es aus der direkten Startup-Branche kenne, aber nicht unbedingt von städtischen Strukturen.
Christoph Räthke (Angel in Residence)

Christoph über seine Pionier-Arbeit in Mannheim

„NEXT MANNHEIM hat sich bundesweit als erstes getraut, die Organisation auf diese Art und Weise für einen „Berater“ zu öffnen, ohne ihm einen direkten Auftrag zu erteilen, sondern ihm alle Freiheiten zu lassen, um gemeinsam herauszufinden, was das „Best Of in der wirklichen Welt“ ist. Die Zusammenarbeit war schlagartig sehr intensiv und freundschaftlich, wie ich es aus der direkten Startup-Branche kenne, aber nicht unbedingt von städtischen Strukturen. Im Falle von NEXT MANNHEIM hat man nicht das Gefühl, mit einer „verstaubten“, städtischen Behörde zu arbeiten. Das gesamte Team ist wissensdurstig, weltoffen und lebt den Wunsch, sich weiterzubilden und Neues zu lernen. Ich bin mir sicher, dass auch ein neuer „Angel in Residence“ von dieser Erfahrung profitiert und die Zusammenarbeit von Anfang an sehr, sehr gut funktionieren kann“

Wissens-Booster intern: Weiterbildung mit Substanz

Nicht nur nach außen, auch nach innen hat das Programm gewirkt. Eine Vielzahl an internen Sessions förderte gezielt die Kompetenzen des NEXT MANNHEIM-Teams. Dieser wertvolle und direkte Austausch war auch für uns und die Wirtschaftsförderung der Stadt Mannheim ein echter Wissensbooster, der das Team selbst langfristig in der Arbeit mit Startup-Teams stärkt.

 

Rekordstart:
Online-Meetups mit 4.400+ Mitgliedern

Neben der Einzelberatung entwickelte Räthke drei thematische Meetup-Reihen – kompakt, direkt und dialogisch:

  • GenAI Hacks for Founders and Startup Teams (11 Events)

  • European Defence Tech Founders, Investors, Supporters (4 Events)

  • Startup Hacks for Impact Founders (4 Events)

In nur wenigen Wochen wuchs die Meetup-Community auf über 4.400 Mitglieder – ein außerordentliches Ergebnis, das in der kommunalen Gründungsförderung seinesgleichen sucht.
Dieses Format war ein entscheidender Einstieg für NEXT MANNHEIM in den digitalen Raum. Die Meetups funktionieren heute als wirksames Werkzeug, um Gründer*innen und Engagierte schnell und skalierbar zu erreichen.

Bewerbung und Community-Building liefen über klassische Plattformen wie meetup.com sowie die Kanäle von NEXT MANNHEIM. Auch dadurch wurde das Thema Frühphasenfinanzierung sichtbar gemacht – lokal und darüber hinaus.

 

Business Angels in Mannheim bei "Fund the Future"

Mit dem Business-Angel-Tag und dem Workshop „Fund the Future“ setzte NEXT MANNHEIM Dank Christoph Räthke starke Akzente für die Investor*innen-Community.

Beim Angel-Tag trafen sich regionale Partner wie Palatina mit  TIENKO RASKER, dem Gründer des größten europäischen Business-Angel-Netzwerks. Das Event öffnete damit internationale Türen und brachte Kontakte nach Mannheim, die sonst kaum erreichbar gewesen wären.

„Fund the Future“ im MAFINEX-Technologiezentrum war mit rund 30 Teilnehmenden komplett ausgebucht. In interaktiven Sessions diskutierten Gründerinnen und Investorinnen praxisnah Themen wie Wandeldarlehen und Unternehmensanteile – mit Christoph Räthke und Tienko Rasker als Lernpartner auf Augenhöhe. In einer Masterclass gaben Business Angels wie Susanne Fichtner-Feigl, Nikolaus Starzacher und Thomas Schlechter persönliche Einblicke und machten klar: Angel Investing ist mehr als Rendite – es geht um Innovationsfreude und den Spaß an Gründerförderung.

 

Sichtbarkeit schafft Struktur

Das Programm wurde auf dem Startup BW Summit 2024 vorgestellt und fand auch im überregionalen Kontext großen Anklang. Christoph selbst berichtete im „Angels of Deutschland“-Podcast  über Learnings aus dem Programm und wurde in der Lokalpresse (u.a. Mannheimer Morgen) porträtiert. Diese öffentliche Präsenz trug zur regionalen Kapitalbildung bei – etwa durch die Aktivierung einer neuen Business-Angel-Gruppe aus dem Netzwerk der Mannheim Business School Alumni (MBS Angels) in enger Zusammenarbeit mit dem MAFINEX-Startup Visual Abstract. 

Wie geht es weiter? 

Derzeit stehen Weiterentwicklungen des AIR-Programms im Raum: Rotierende Angels, sektorale Spezialisierungen, engere Kooperationen mit Angel-Netzwerken und die Institutionalisierung als „AiR Fellowship“.

Wir möchten das Programm weiterführen – mit klarem Fokus auf Praxis, Beziehung und nachhaltige Kapitalkultur. Denn Eines hat uns das Programm gezeigt: Frühphasenfinanzierung beginnt nicht mit dem Deal, sondern mit dem Dialog.

 

Erfolg lebt vom Austausch und Zusammenarbeit. Wenn Organisationen, städtische Strukturen oder Unternehmen im Bereich Startup-Förderung aktiv sind und ein ähnliches Programm umsetzen möchten oder sich dafür interessieren, freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme.

👉 Einfach eine Mail an info@next-mannheim.de schreiben – wir kommen ins Gespräch!

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