KI als Entwurfswerkzeug: Architektur-Ausstellung im C-HUB

Ausstellung von Arbeiten unter der Betreuung von Konrad J. Peter

Seit der Langen Nacht der Innovation und Kultur 2026 ist im C-HUB eine besondere Ausstellung zu sehen: Entlang der Fensterfronten zur Hafenpromenade und zum Quartiersplatz zeigen sieben großformatige Plakate experimentelle Architekturentwürfe zum Thema Künstliche Intelligenz in der Architektur.

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Die Ausstellung beschäftigt sich mit einer Frage, die die Branche zunehmend bewegt:
Wie verändert KI den architektonischen Entwurfsprozess – und welche Rolle bleibt dabei dem Menschen?

Zwischen Technologie und Gestaltung

Entstanden sind die Arbeiten unter der Betreuung von Konrad J. Peter, Mitbegründer des Mannheimer Büros Ritschel Peter Architekten. Das Büro hat sich auf die Umgestaltung und Umnutzung von Bestandsgebäuden im Wohnungsbau sowie im öffentlichen Bauen spezialisiert.
Neben seiner Tätigkeit als Architekt arbeitet Konrad J. Peter auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Architektonische Darstellung und Entwerfen von Alexander Bartscher an der RPTU Kaiserslautern-Landau. Dort setzt er sich intensiv mit dem Einsatz von KI im architektonischen Entwurfsprozess auseinander.

Konrad J. Peter
Konrad J. Peter

KI als integrativer Bestandteil des Entwurfsprozesses

Bereits seit mehreren Jahren wird am Lehrstuhl die künstliche Bilderzeugung als integrativer Bestandteil verschiedener Masterentwürfe eingesetzt. Schon im Wintersemester 2023/24 dienten KI-generierte Bilder den Studierenden als Inspirationsquelle für die Entwurfsfindung.
Der entscheidende Unterschied heute liegt vor allem in der enormen Entwicklung der Technologie: Die Werkzeuge sind deutlich leichter zugänglich geworden und liefern gleichzeitig eine wesentlich höhere Bildqualität. Dadurch können erste Ideen nicht mehr nur skizzenhaft überprüft werden, sondern unmittelbar als räumlich und atmosphärisch greifbare Architektur dargestellt werden.
Zitiat Peter Konrad: „Die künstliche Bilderzeugung bleibt ein Werkzeug; wie dieses bereits genutzt werden kann, ist jedoch ein echter Gamechanger.“
Die typischen KI-Artefakte und Bildfehler sind inzwischen so gering, dass die erzeugten Darstellungen oft bereits einen realistischen Eindruck vermitteln. Dadurch können Entwürfe frühzeitig diskutiert, kritisiert und weiterentwickelt werden.
Besonders prägend ist dabei die Geschwindigkeit des Prozesses. Die Entwicklung und Bewertung von Varianten gehörten seit jeher zu den wichtigsten Werkzeugen architektonischer Gestaltung. Durch KI können unterschiedliche Ansätze heute in kürzester Zeit visualisiert und auf einem hohen qualitativen Niveau diskutiert werden.
Belichtung, Transparenzen, Materialität oder Patina lassen sich direkt sichtbar machen – Aspekte, die in frühen Entwurfsphasen bisher oft nur abstrakt vermittelt werden konnten. Alle Beteiligten sehen dieselbe räumliche Idee und sprechen über dieselbe visuelle Grundlage.
Gerade in der Lehre verändert das die Dynamik erheblich: Statt über Wochen auf erste Ausarbeitungen zu warten, können Entwurfsansätze innerhalb weniger Tage überprüft und gemeinsam weiterentwickelt werden.

Architektur bleibt ein menschlicher Prozess

Trotz aller technologischen Möglichkeiten macht die Ausstellung ebenso deutlich, dass Architektur weiterhin eine intellektuelle und gestalterische Auseinandersetzung verlangt. Die KI liefert Impulse, ersetzt aber weder planerisches Denken noch architektonisches Handwerk.

Die Studierenden mussten ihre Konzepte weiterhin eigenständig durchdringen, räumlich präzisieren und konstruktiv ausarbeiten. Fragen zu Nutzung, Materialität, Atmosphäre und Raumlogik bleiben menschliche Entscheidungen.

Die KI wird damit nicht zum Ersatz des Entwerfens, sondern zu einem Werkzeug innerhalb eines komplexen kreativen Prozesses.

Mit der Ausstellung knüpft das C-HUB an seinen Anspruch an, aktuelle Themen aus Kreativwirtschaft, Gestaltung und Technologie sichtbar zu machen und den Austausch zwischen Disziplinen zu fördern.

Die sieben ausgestellten Arbeiten entlang der Fensterfront zur Hafenpromenade und zum Quartiersplatz laden Besucher:innen dazu ein, sich mit den Chancen und Herausforderungen von KI in der Architektur auseinanderzusetzen – und darüber nachzudenken, wie digitale Werkzeuge kreative Prozesse künftig verändern werden.
Denn die Frage ist längst nicht mehr, ob KI Teil kreativer Arbeit wird – sondern wie wir sie sinnvoll einsetzen.

Bewerbung bis zum 31. Juli 2026 möglich!

Über 50.000 Euro

Preisgeld für Mannheimer Gründer*innen