Aktuelle Workshops im PORT25 – Raum für Gegenwartskunst

NEXT MANNHEIM präsentiert "LICHTECHT" im Jungbusch

Noch bis Ende Juni präsentiert NEXT MANNHEIM die aktuelle Ausstellung "Lichtecht" im PORT25.  Pandemiebedingt sind die Räumlichkeiten am Hafen derzeit leider geschlossen - daher könnt ihr euch die Ausstellung online anschauen, Lesungen verfolgen, oder an spannenden Online-Workshops teilnehmen. 

Über die Ausstellung 

Wann? 20.3.2021-20.6.2021

Was ist eigentlich Fotografie? Unter anderem dieser Frage gehen Edgar Lissel und Claus Stolz in ihrer Ausstellung nach. Beide erkunden dabei auf ganz unterschiedlichen Wegen die Grundidee und die Grenzen des Fotografischen und verbinden medienarchäologische Ansätze mit zeitgenössischen Technologien.

Workshops, Vorträge und mehr...

Die Ausstellung Lichtecht wird von einem umfangreichen Programm mit Vorträgen, Künstlergesprächen und Workshops begleitet. Vieles davon kann auch digital realisiert werden, die Workshops allerdings sollten nach Möglichkeit und mit sehr kleiner Teilnehmerzahl analog stattfinden. Dafür wollten wir ursprünglich einen Satelliten in Form eines Containers aufstellen, was allerdings im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht genehmigt wurde. Nun konnte dieser „Container“ – der Schriftzug an den Fenstern zeigt es an – glücklicherweise im C-Hub Show Room entstehen. Bis es losgehen kann, projizieren wir dort auf die Scheibe Blicke in die Ausstellung. Wer es genauer sehen möchte, kann übrigens mittels des  360°-Rundgangs auf unserer Webseite durch die Ausstellung schlendern.

Und wenn es dann losgehen kann, finden im „Container“ Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene statt. Dabei können das Ich und die Selbstwahrnehmung philosophisch erkundet werden, oder in einem Do-It-Yourself-Workshop mit Lukas Birk eine Box Kamera gebaut werden. Geradezu alchimistisch wird es in den Workshops, in denen aus Chlorophyll eine lichtsensible Lösung hergestellt oder mit Cyanotypie experimentiert wird. Und schließlich können verschiedene Methoden der Bildherstellung vom Fotogramm bis zum Handy-Selfie erprobt werden. Fotografie, das Zeichnen mit Licht, kann auf die unterschiedlichsten Weisen entstehen – mit und ohne Film oder Dunkelkammer, sogar ohne Kamera.

Die Teilnahme an all diesen Veranstaltungen ist kostenlos, und welche Methode auch immer zum Favoriten wird – es gibt viel zu entdecken!

CONTAINER im C-HUB Kreativwirtschaftszentrum
CONTAINER im C-HUB Kreativwirtschaftszentrum

Über die Künstler

Edgar Lissel (*1965 in Northeim, lebt in Wien) verfolgt dabei einen stark konzeptionellen Ansatz. Er baut beispielsweise ganze Wohnräume zur Lochkamera um, sodass das auf dem Kopf stehende Abbild des urbanen Außenraumes auf der Bildfläche mit den Silhouetten des Mobiliars im Innenraum verschmilzt. Oder er bedient sich biologischer Phänomene, indem er bestimmte lichtsensible Bakterien im Entstehungsprozess von Bildern einsetzt. Der Wachstumsprozess dieser Bakterienkolonien macht Abbilder sichtbar, die nicht reproduzierbar wären, da sie gewissermaßen unter Anleitung des Künstlers durch das Zusammenspiel von Licht, Zeit, Bewegung und Raum entstanden sind. Dahinter steht eine Befragung der fotografischen Bildprozesse innerhalb derer Edgar Lissel jene Distanz zwischen sich selbst und dem fotografischen Ereignis aufhebt, die sich durch die Verwendung etwa einer Kamera ergeben würde.

Während Edgar Lissel so eine begreifbare Nähe und Unmittelbarkeit zum fotografischen Bild aufzeigt, überbrückt das Bild bei Claus Stolz (*1963 in Mannheim, lebt ebd.) bisweilen unvorstellbare Entfernungen: In seinen „Sunburns“ steht nichts, außer einer Linse, die das Sonnenlicht bündelt, zwischen der Lichtquelle und dem fotografischen Material. Ein über rund 150 Millionen Kilometer ausgedehnter Vorgang wird in seiner mikroskopischen Auswirkung sichtbar. Das ist eine radikale Form der analogen Fotografie, bei der der Künstler den kontrollierten Zufall plant, den Prozess startet, beobachtet und stoppt. Claus Stolz hat sich fotografischen Materialexperimenten verschrieben, die der Fotografie immanente Abbildungsfunktion ist für ihn ein Nebenaspekt. Dieser allerdings kommt in seiner Serie „Kammerspiel“ zum Tragen: was wie präzise scharf fotografierte, leuchtend farbige Blüten vor dunklem Grund erscheint, entpuppt sich als bizarre Stilleben-Arrangements.