„Saitenwege“ nach Mannheim – GEIGEN aus dem Musikpark

Geigenbauerin Laure Clément im NEXT MANNHEIM Interview

Ein neues Zuhause für feine Klänge - seit Juni ist Laure Clément mit ihrer Werkstatt für Geigenbau im Musikpark zu Hause und bringt eine ganz besondere Note in das kreative Umfeld. Zwischen sorgfältig aufgereihten Hölzern, halbfertigen Geigen und dem warmen Klang frisch gestrichener Saiten erzählt sie von ihrem Weg in den Geigenbau, ihrer Liebe zu diesem traditionsreichen Handwerk und davon, warum Mannheim der perfekte Standort für ihren Traum ist.

Laure, du hast ursprünglich Germanistik und Literatur in Hamburg studiert. Wie kam es dazu, dass du heute Geigenbauerin bist?

Laure Clément:"Das ist tatsächlich eine etwas ungewöhnliche Reise gewesen. Ich habe Germanistik und Literatur studiert, weil mich Sprache und Geschichten schon immer begeistert haben. Nach meinem Abschluss habe ich einige Jahre im Verlagswesen gearbeitet, aber irgendwann habe ich gemerkt, dass mir etwas fehlt. Ich wollte etwas mit meinen Händen schaffen, etwas Greifbares und Bleibendes. Musik begleitet mich schon mein Leben lang – ich spiele selbst Geige und komme aus einer Familie, in der Handwerk und Kunst einen hohen Stellenwert haben. Irgendwann habe ich gespürt: Das ist es! Ich möchte nicht nur Musik machen, sondern auch die Instrumente bauen, die diese Musik möglich machen. So habe ich den Schritt gewagt, ein Geigenbaustudium in England begonnen und das Handwerk von Grund auf gelernt. Nach dieser intensiven Zeit war für mich klar: Ich möchte diesen Weg weitergehen und in Deutschland meine eigene Werkstatt eröffnen."

Warum hast du dich für Mannheim als Standort entschieden?

Laure: "Mannheim hat eine starke musikalische Tradition und gleichzeitig eine sehr offene, kreative Szene. Es ist ein Ort, an dem klassische Musik genauso lebt wie Jazz, Pop oder elektronische Klänge – diese Vielfalt finde ich unglaublich inspirierend. Als ich über die Website von NEXT MANNHEIM auf die Angebote für Gründer*innen gestoßen bin, habe ich mich direkt beraten lassen, unter anderem im Gründerinnenzentrum GiG7. Der Musikpark ist genau der richtige Ort - die Mischung aus Musikern, Produzent*innen und anderen Kreativen schafft eine Atmosphäre, in der man sich gegenseitig inspiriert und unterstützt. Genau so eine Umgebung habe ich mir für meine Werkstatt gewünscht."

Durch meinen Weg, der Literatur, Musik und Handwerk verbindet, bringe ich vielleicht auch eine besondere Perspektive mit.
Laure Clément, geigenbauerin

Was begeistert dich besonders am Geigenbau?

Laure: "Der Geigenbau ist für mich ein Zusmmenspiel von Handwerk, Kunst, Musik und Präzision. Jedes Detail entscheidet am Ende über den Klang eines Instruments. Gleichzeitig ist es aber auch ein sehr emotionales Handwerk: Ich forme etwas, das später andere Menschen berührt, das Musik zum Leben erweckt. Es ist ein sehr stiller, konzentrierter Prozess – und gleichzeitig entsteht am Ende etwas, das klingt, berührt und weitergegeben wird. Das ist für mich echte Erfüllung."

Was bietest du in deiner Werkstatt an?

Laure: "In meiner Werkstatt entstehen neue Geigen, Bratschen und Celli, die ich komplett von Hand fertige. Außerdem repariere und restauriere ich alte Instrumente – das ist oft eine besonders spannende Aufgabe, weil man dabei in die Geschichte eines Instruments eintaucht. Darüber hinaus biete ich auch Mietinstrumente an, vor allem für Schüler*innen oder Musiker*innen, die für einen bestimmten Zeitraum ein hochwertiges Instrument suchen. Mir ist wichtig, immer individuell zu beraten. Jede Musikerin, jeder Musiker hat andere Bedürfnisse, und auch jedes Instrument ist einzigartig. Ich nehme mir die Zeit, genau hinzuhören – sowohl auf die Klänge als auch auf die Menschen, die mit diesen Instrumenten arbeiten."

Jedes Instrument ist einzigartig, hat seinen eigenen Charakter und Klang
Laure Clément, Geigenbauerin

Was macht deine Werkstatt besonders?

Laure: "Ich glaube, es ist die persönliche Herangehensweise. Ich nehme mir Zeit, höre zu, berate ehrlich – und bringe viel Liebe zum Detail mit. Durch meinen Weg, der Literatur, Musik und Handwerk verbindet, bringe ich vielleicht auch eine besondere Perspektive mit. Bei mir soll sich jede:r willkommen fühlen." 

Wie erlebst du den Musikpark und das Netzwerk vor Ort?

Laure: "Es ist unglaublich inspirierend! Hier arbeiten so viele Musiker:innen, Produzent:innen und Kreative – man begegnet sich auf Augenhöhe und tauscht sich aus. Das schafft eine ganz besondere Energie. Ich habe das Gefühl, Teil einer lebendigen Musikszene zu sein, in der der Geigenbau seinen Platz hat." 

Hat er, liebe Laure, schön, dass Du da bist!