SKALIERBARKEIT trifft VEREINBARKEIT – Erfahrungen aus dem Gründerinnenstammtisch

Jede*r Unternehmer*in möchte mit der eigenen Idee hoch hinauswachsen. Doch in der Realität sprechen oft andere Zahlen. Nur etwa 18% der Unternehmen sind in Deutschland auf Wachstum ausgelegt (KfW-Gründungsmonitor, 2024). Daher bleiben viele Unternehmen bewusst kleiner, unter anderem wegen Themen, wie Vereinbarkeit, Risiko oder Ressourcenmangel. Zu den Erfolgsfaktoren für skalierbare Unternehmen zählen beispielsweise standardisierte Prozesse, Delegation, Führung und eine klare Infrastruktur. Sie helfen steigendes Wachstum anzukurbeln und effizient zu bleiben bzw. profitabler zu werden.  

Doch neben den Erfolgsfaktoren gibt es zahlreiche äußerliche Einflüsse, die die Skalierbarkeit hemmen oder gar vollständig ausbremsen können. Ein natürlicher Faktor? Mutterschaft. Als Unternehmerin und Mutter steht man vor einigen Herausforderungen und Realitäten. Studien zeigen, dass Mütter in der Selbstständigkeit im Schnitt 51% mehr Care-Arbeit übernehmen als Männer in gleicher Position (BMFSFJ, 2023).  

„Gründerinnen mit Kindern berichten überdurchschnittlich oft von einem täglichen Balanceakt zwischen Familie, Verantwortung und wirtschaftlichem Risiko“, (Female Founders Monitor, 2023).

Der Alltag bleibt oftmals unplanbar

Eine Schulstunde fällt aus, das Kind bekommt über Nacht hohes Fieber oder es braucht gerade heute unfassbar viel Aufmerksamkeit und Nähe. Währenddessen wird das Business aufrechterhalten und alles unter einen Hut gebracht. Skalierbarkeit geht demnach mit Vereinbarkeit einher.  

Sandra Born - von der Idee zum Erfolg

Wie solche Geschichten entstehen und sich in Richtung Wachstum und Profit entwickeln können, zeigte uns die Unternehmerin Sandra Born beim letzten Gründerinnenstammtisch vor wenigen Tagen.
Vor mehr als
40 Frauen, Gründerinnen und Gleichgesinnten, erzählte sie über den Aufbau ihres Unternehmens und ihrer Entwicklung zu der Person, die sie heute ist.
 

Neben einem Studium fand sie zum Poledance, was von reinem Hobby schnell zu Leidenschaft wurde. Es dauerte eine Zeit, bis sie dies voller Selbstbewusstsein offen ansprach – denn diese Sportart ist noch immer mit Vorurteilen und Stereotypen behaftet. So formte sich von Woche zu Woche, von Tag zu Tag der Wunsch eines Tages ein eigenes Studio zu besitzen. Eine sichere und neutrale Umgebung, in der sie Frauen wie auch Männern den Sport näherbringen und ihnen damit ein einzigartiges Körpergefühl verleihen kann. Nachdem sie als Trainerin angestellt wurde, folgte kurze Zeit später die Frage, ob sie das Studio übernehmen möchte. Diese Gelegenheit kam für Sandra wie gerufen, sammelte ihren Mut zusammen und sagte dem Angebot zu.  

„Das zweite Studio war dann nicht mehr so wild, weil man das erste ja schon eröffnet hatte“, so Sandra beim Gründerinnenstammtisch. Skalierbarkeit ist eine Einstellung, ein Mindset, was dich zu mutigen Chancen bringen kann. Doch auch hier betonte sie, wie wichtig es sei, im richtigen Moment realistisch zu handeln sowie sich einzugestehen, wenn das eigene Herzensprojekt scheitere, auch los lassen zu können. Aus diesem Grund setze sie sich eine gewisse Zeitspanne und konkrete Meilensteine.

Sollten diese bis zu einem bestimmten Punkt nicht erfüllt sein, dann
könne Sandra immer noch das zweite Studio schließen und wieder Fokus auf eines setzen. Mit dieser Denkweise folgte auch das dritte Studio in Seckenheim, Mannheim. 
 

Done is better than perfect. Einfach Ins Machen kommen, denn auch die letzte Unsicherheit wird sich nie ausbügeln lassen.
Sandra Born (Unternehmerin)

Perfektionismus und Selbstreflexion sind wichtig und in gewissem Maße bestimmt ein positiver Antrieb - dennoch zeigen Studien, dass Frauen im Berufskontext häufiger unter selbstkritischem Perfektionismus leiden und dabei ihre eigene Leistung anzweifeln. Aus diesem Grund ist es enorm wichtig, dass Rolemodels, wie eben Sandra Born, vor (potenziellen) Gründerinnen und Gleichgesinnten ihre Geschichte erzählt.

Ein weiterer, abschließender Impuls von Sandra: „Wenn du schnell gehen willst, geh allein. Wenn du weit kommen willst, geh gemeinsam.“ Es darf sich Hilfe geholt und Aufgaben abgegeben werden. Niemand ist gezwungen, den Weg ganz allein zu bestreiten!

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